Experte stellt katastrophenschutz schlechtes Zeugnis aus

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(DPA Amsterdam)

Der Amsterdammer Experte für Risiko und Zivilschutz Steven Brieger hat dem deutschen Katastrophenschutz ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. “Wir haben 16 verschiedene Katastrophenschutze in Deutschland, gleichzeitig aber kein einheitliches Führungs- und Kommunikationssystem”, sagte Brieger.

Gleichzeitig seien die Vorbereitungen auf mögliche Ernstfälle nicht ausreichend. “Geübt wird in der Bundesrepublik so gut wie überhaupt nicht und vor allen Dingen nie realistisch. Das sind ja immer derart getürkte Abläufe, mit denen irgendwas bewiesen oder verschleiert werden soll.”

Die Hochwasserkatastrophen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und am Rhein zeigten, “dass wir mit dem Katastrophenschutz des 18. und 19. Jahrhunderts im 21. Jahrhundert nicht mehr weiterkommen”. Benötigt werde in Zukunft ein präventiver Katastrophenschutz, der auf Gefahrenkarten basiere.

“Man muss wissen, was wo passieren kann und wo Gefahrenpunkte sind”, so Brieger, der seit langem in der Beratung vieler internationaler Organisationen und auch Firmen tätig ist die Risikoeinschätzungen zu neuen und bestehenden Projekten benötigen.

“Die simpelste Grundvoraussetzung für Katastrophenmanagement ist in unserem Land aus Organisations- und Behörden-Eifersüchteleien nicht gegeben. Wer in Deutschland von Katastrophenmanagement spricht, lügt von vornherein. Das ist Improvisation von vorn bis hinten”, kritisierte Brieger.

Er schlägt statt dessen einen zentralen Stab vor der flexibel in der Bundesrepublik einsetzbar ist und in allen Katastrophenfällen die Koordinierung aller Einsatzkräfte vornimmt.